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Hundeverhalten ist gewalt-ig

Hundetrainerin Marion Hoeft: Hundeverhalten ist gewalt-ig
Hundetrainerin Marion Hoeft: Hundeverhalten ist gewalt-ig

Beobachten wir das Verhalten von Hunden untereinander, sehen wir äußerst verstörende Bilder:


sie rempeln sich an

sie rennen sich um

sie springen sich an

sie zwicken sich in die Hinterläufe

sie beißen sich übers Maul

sie beißen sich in den Hals

sie begrenzen andere Hunde

sie schränken andere Hunde ein

sie legen die Pfote auf

sie knurren sich an

sie bellen sich an


Sie maßregeln einen anderen Hund manchmal derart heftig, dass Blut fließt und auch mit Menschen gehen viele Hunde nicht gerade liebevoll um:

sie werden angerempelt, gezwickt, gebissen und wenn eine Katze den Gassiweg kreuz, wird der Mensch rücksichtslos über die Straße gezogen. 



Was wir nicht sehen oder hören:


dass sie sich gegenseitig Leckerlies reinstopfen 

dass sie sich gegenseitig mit der Pfote über den Kopf streicheln

dass sie einen Clicker drücken

dass sie „feeeiiin" sagen

dass sie anderen Hunden Sitz! Platz! Bleib! befehlen

dass sie zu einem anderen Hund „Nein" sagen


Und doch klappt meist das Zusammenleben von Hunden, weil Regeln und Grenzen aufgestellt und diese auch durchgesetzt werden. 

Sie kommunizieren auf einer Ebene und in einer Sprache, die häufig auch körperlich ist. Es sind Hunde die in einer Hierarchie leben und denen Demokratie vollkommen fremd ist. 


Ich empfehle jedem Hund ab sofort den Bestseller „Mimimi" von Wattebäuschchenwerfer zu lesen, damit Hunde einen gewaltfreien und harmonischen Umgang nach Menschenverständnis lernen. 


Bevor sich nun die geballte gewaltfreie Aggression in den Kommentaren entlädt: ich befürworte keine Gewalt, weder an Mensch, Hund noch anderen Lebewesen!


Es geht in diesem Artikel auch nicht um Gewalt, sondern um Kommunikation zwischen zweier Arten, die unterschiedlicher kaum kommunizieren können. 


Mit Hunden zu kommunizieren bedeutet präsent zu sein, durch Präsenz zu überzeugen und ist von Gewalt meilenweit entfernt. 


Beobachten wir Menschen untereinander sehen wir sie ebenso rempeln oder andere schubsen und niemand schreit „Gewalt"! Es ist körperliche Kommunikation, der Stärkere setzt sich durch. Heutzutage mit einer unfassbaren Gewalt einiger weniger, die tötet aber schweigend hingenommen wird. 


So weit ist der Mensch im Umgang untereinander von der Welt der Hunde gar nicht entfernt, wie viele meinen. Was fehlt ist häufig der Blick für die Realität. 


Über das was Gewalt ist, wird heftig und voller Emotionen gestritten und die Meinungen gehen weit auseinander. So ist für den einen bereits ein Zischlaut oder ein Schnalzen mit der Zunge Gewalt, die Verwendung lautstarker Kommandos oder der Einsatz von Rütteldosen aber nicht, obwohl Hunde über ein sehr feines Gehör verfügen. 


Körperliche Gewalt gegen Hunde wird zurecht sofort geahndet. Und doch wird Hunden so viel mehr Gewalt angetan, als viele Menschen wahrhaben wollen. Hunde werden heute dauerbespaßt oder bis zum Anschlag ausgelastet, der moderne Mensch nennt es Spiel und Spaß. Dass man sie dabei überfordert, sie orientierungslos sich selbst überlässt und ihnen ihrer dringend benötigten Schlaf- und Ruhephasen beraubt, passt nicht in die heile Wunschwelt. Es verwundert daher nicht, dass das Stressgesicht eines Hundes häufig als Ausdruck unendlichen Hundeglücks gewertet wird. Der Hund lacht ja so süß. Die zunehmenden Erkrankungen der Hunde aber sollten uns wachrütteln. 


Gewalt kann man nicht nur physisch sondern auch psychisch ausüben, dies wiederum entzweit den Menschen von den Hunden. Hunde tragen ihre Konflikte von Angesicht zu Angesicht aus, direkt und wenn es sein muss auch körperlich, auch gegen Menschen!

Viele Menschen dagegen flüchten sich in die Welt des Internets, um dort gewalttätig zu werden, mit Worten die verletzender kaum sein können. 



Wenn man die letzten Jahrzehnte rund um das Thema Hund zurückverfolgt, wurden uns immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse geliefert, immer neue Erziehungsmethoden und die dazugehörigen Hilfsmittel präsentiert. Jeder hat den Stein der Weisen für sich beansprucht und alle vorherigen Erkenntnisse als überholt oder falsch dargestellt. Übersehen wird dabei, dass Hund nicht gleich Hund ist und die eine Methode nicht auf alle Hunde übertragbar ist. Wäre dem so, müsste nicht ständig neuer Unsinn erfunden werden. 


Eine logische Konsequenz ist, dass sich der Mensch immer weiter von den Hunden entfernt, immer mehr Hunde abgegeben werden, weil viele Menschen nicht mehr mit ihnen zurechtkommen. Vielleicht aber ist es genau anders rum. 



Ein Grund dürfte sein, dass noch immer der Focus auf das Training der Hunde, nicht aber auf deren Führung gelegt wird. Einen Hund zu trainieren scheint auch der einfachere Weg. Ein paar Kommandos einstudiert und der Hund funktioniert mittels Sprachsteuerung, gern bequem von der Couch aus. Einen Hund zu führen aber erfordert die Bereitschaft seine Komfortzone zu verlassen, aktiv zu werden und an sich zu arbeiten um die Persönlichkeit zu werden, die Hunde instinktiv akzeptieren.


Diese Führung erfordert keine körperliche Kraft, sie bedarf einer inneren Stärke.  


Wir können gespannt sein, was uns in Zukunft noch alles präsentiert und unseren heutigen Umgang mit Hunden als obsolet darstellen wird. Vielleicht erfahren wir in einigen Jahren, dass Hunde in Wirklichkeit von fremden Mächten auf die Erde geschickt wurden, um hier die Weltherrschaft zu übernehmen, ferngesteuert über eine App auf dem Smartphone. (Ironie)


Beenden möchte ich diesen gewaltsamen Artikel mit einem Auszug aus dem alten Testament, Hosea, Kapitel 8,  Vers 7: „Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten"!


Es werden viele und immer andere Methoden gesät und doch vermehrt „Problemhunde" geerntet. 


Jedes „Fehl- oder Problemverhalten" eines Hundes ist ein Hilferuf an seine Menschen. 

Es ist an der Zeit, diesen Hilferuf wahrzunehmen und sich zu fragen WARUM!


Vielleicht ist es an der Zeit, dass der Mensch wieder #Frieden lernt, denn alles andere hatten wir bereits!



©️ Marion Höft


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