Marion Höft  
Hundetrainerin und Problemhundtherapeutin
Hundeschule - Hundetraining - Seminare und Coaching fuer Mensch und Hund

Ich berate Menschen und trainiere Hunde

Blog Pfote today

Trainings- und Erziehungsmethoden

Gepostet am 13. Mai 2020 um 4:25

Für die Menschen gemacht aber nicht an die Hunde gedacht!

 

Methoden, um Hunde in die Spur zu bekommen, gibt es mittlerweile viele und ein Ende des Erfindungsreichtums der zunehmenden Hundekenner scheint nicht in Sicht.

 

Die Wissenschaft überholt sich selbst mit ihren Erkenntnissen, die sie selber nach kurzer Zeit für obsolet erklärt. Was wurde und wird nicht alles angepriesen: Ablenkung, Umlenkung, operante oder klassische Konditionierung, positive und negative Bestrafung bis hin zu Dominanz und Unterwerfung.

 

Hinzu kommt der Einsatz der verschiedensten Hilfsmittel wie Klicker, Leckerchen, Halti, Wurfdisc, Wasserflaschen oder ein unkontrolliertes Geschubse der Hunde bei jeder Gelegenheit.

 

Alle haben eines gemeinsam: sie versprechen die gewünschte Problemlösung und einen gehorsamen Hund innerhalb kürzester Zeit.

 

Der mittlerweile stark verunsicherte Mensch saugt die Versprechungen gerne auf. Scheinen sie ihm doch die lang ersehnte Bedienungsanleitung zu liefern, an der der Mensch sich orientieren kann und nicht selber entscheiden muss.

 

Trotzdem aber bleibt der schnelle Erfolg meist aus. Das problematische Verhalten des Hundes bessert sich nur kurzfristig und schnell zeigt er wieder das alte Verhalten, nicht selten auch verstärkt.

 

Bei alledem werden die Hunde übersehen, ihre Bedürfnisse und vor allem ihre Sensibilität. Hunde reagieren enorm auf die Stimmungen ihrer Menschen. Sie erkennen eine versteckte Wut, eine überdeckte Verunsicherung oder auch die psychische Erkrankung ihres Menschen und reagieren entsprechend.

 

Doch anstatt den Menschen zu ergründen, wird jegliches, nicht den menschlichen Vorstellungen entsprechende, Verhalten den Hunden zugeordnet. Sehen wir uns in der Welt der Hundeliebhaber*innen um, ist das Bild mehr als erschreckend. Unzählige Fragen über Fragen wie man welches Fehlverhalten der Hunde abstellen kann. Die Antworten kommen im Sekundentakt und jeder empfiehlt etwas anderes. Die Frage, warum sich die Hunde verhalten wie sie sich verhalten, aber bleibt meist aus.

 

Solange der Mensch meint, dass das natürliche Verhalten seines Hundes ein Fehl- oder Problemverhalten ist, haben unsere Hunde kaum eine wirkliche Chance bei uns Menschen bestehen zu können. Solange nur die Symptome abtrainiert werden sollen aber die Ursachen nicht interessieren, werden die Suchen nach einem neuen Zuhause weiter zunehmen und die Zahl der Tierheiminsassen weiter steigen.

 

Egal welches Verhalten wir als Problemverhalten bezeichnen, aus Sicht der Hunde ist es ganz normales Verhalten. Sie haben kein Problem wenn sie bellen oder auf die Jagd gehen. Sie haben kein Problem, wenn sie Haus und Hof bewachen oder Besucher knurrend am Betreten der Wohnung hindern.

 

Machen wir uns bewusst dass wir es sind, die Hunde nicht mehr verstehen. Die mit ihrem natürlichen Verhalten nicht mehr zurechtkommen und uns dringend wieder mit der Welt unserer Hunde auseinandersetzen müssen, ist ein erster aber sehr wichtiger Schritt getan: der Schritt in die Welt unserer Hunde, die bei weitem nicht so kompliziert ist wie sie, auch von Fachleuten, dargestellt wird.

 

Auch wenn all diese Methoden den Menschen Halt und Orientierung geben sollen, um mit den Hunden zurechtkommen zu können, werden sie am Ende dennoch scheitern, spätestens wenn der Clicker vergessen oder die Wasserflasche geleert ist.

 

Hunde brauchen Menschen die sie führen, die ihnen eine Struktur geben und ihnen zeigen, wie sie sich in einer für sie fremden Welt richtig verhalten. Hunde brauchen Menschen, die bereit sind an sich zu arbeiten und auch das ein oder andere an und in sich zu verändern.

 

Hunde brauchen keine Trainer, sie brauchen (Führungs) Persönlichkeiten. Dies eint die Welt von Mensch und Hund.

 

Lassen wir all dieses Methodengedöns weg und beobachten stattdessen wieder unsere Hunde können wir erkennen, wieviel mehr weniger sein kann.

 

Erst wenn der Mensch sich ändert, ändert sich sein Hund!

 

©️ Problemhundtherapie Marion Höft

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