Marion Höft  
Hundetrainerin und Problemhundtherapeutin
Hundeschule - Hundetraining - Seminare und Coaching fuer Mensch und Hund

Ich berate Menschen und trainiere Hunde

Blog Pfote today

Dürfen sie vorne laufen?

Gepostet am 15. März 2020 um 14:10

Meine Hunde ja! Warum? Weil wir wir sind, weil wir gelernt haben miteinander klar zu kommen so wie wir sind. Weil das unser Weg ist!

 

Das Gassigehen entzweit die menschliche Hundewelt noch immer. Die einen beharren darauf, dass ein Hund zwingend hinter seinem Menschen laufen muss. Andere wiederum wenden viel wertvolle Zeit und auch Energie auf, um ihren Hunden das „Fuß“ beizubringen. Ihnen wurde gesagt, dass ein Hund immer neben seinem Menschen laufen muss. Ja was denn nun?

 

Berücksichtigt man, dass Hund nicht gleich Hund und Mensch nicht gleich Mensch ist, sieht die Sache schon anders aus. Es verwundert daher nicht, dass das Gassi nach Methode häufig Stress für Mensch und Hund bedeutet.

Damit Gassi zur Freude für beide Partner werden kann, muss man seine Hunde dahin führen, ihren Menschen zu vertrauen und bei ihnen Orientierung zu suchen. Dazu braucht es eine souveräne Führung durch den Menschen, damit die Hunde lernen können, wie sie sich richtig verhalten. Dies erfordert Zeit und auch Geduld. Dabei ist es wichtig, auch die Kompetenzen seines Hundes zu erkennen und zu berücksichtigen. Jeder Hund sucht sich den Platz, mit dem er zurechtkommt und bei dem er sich wohl fühlt. So sind es z.B. besonders unsichere Hunde, die die Verantwortung an ihre Menschen gerne abgeben und sich hinten einreihen.

Zwingt man seinen Hund aber in eine für ihn unpassende Position, bedeutet dies für ihn Stress. Man erkennt es daran, dass viele Hunde immer wieder zurückgeschickt werden müssen oder mit einem ständigen „Fuß“ angebrüllt werden.

 

Auch wenn so manche „Hundeprofis“ meinen zu erkennen, dass ich meine Hunde nicht erzogen habe, weil sie vor mir laufen dürfen, lasse ich diese Leute in dem Glauben. Was sie nicht wissen ist, dass ich meine Hunde zu mir bitte sobald uns Radfahrer, Fußgänger oder Autos entgegenkommen, obwohl sie diese noch nie angebellt oder gar gejagt haben. Gemeinsam warten wir in Ruhe, bis unser Weg wieder frei ist. Für mich hat dies etwas mit Rücksicht zu tun. An befahrenen Straßen gehen sie neben mir, aber in der freien Natur dürfen sie Hund sein.

 

Lassen Sie sich nicht verunsichern und folgen Sie ihren Instinkten, auch wenn die Mehrheit etwas anderes sagt. Die Meinung einer Mehrheit bedeutet nicht zwingend, dass diese auch richtig ist. Beobachten Sie Ihren Hund und finden Sie ihren gemeinsamen Weg. Was zählt ist, dass sie beide miteinander zurecht kommen.

Gassi soll beiden Partnern Freude machen und diese Zeit zu einem gemeinsamen Erleben werden. Dazu gehört auch, dass man seinem Hund die Welt mit all seinen Sinnen erleben lässt: Nase, Augen und Ohren. Dies fördert die Bindung mehr, als alle Kommandos zusammen.

 

Bei aller Trainiererei und Erzieherei um den perfekten Hund zu bekommen sollten wir nicht vergessen, dass Hunde Lebewesen sind und, je nach Hund, ihre ganz eigenen Bedürfnisse haben. Bleiben diese unberücksichtigt, sind Probleme vorprogrammiert. Man nennt es „verhaltensauffällig“.

 

Hören wir auf, unsere Hunde ständig analysieren und kategorisieren zu wollen und beginnen wir, sie zu fühlen. Dann kommen wir unseren Hunden einen großen Schritt näher.

 

Besonders in dieser Ausnahmesituation kann ein entspanntes Gassi mit dazu beitragen, unser Immunsystem zu stärken und für eine kurze Zeit der Panik zu entfliehen. Wir sollten diese Chance nutzen, auch wenn der Hund weit entfernt von jeglichem Perfektionismus mal an der Leine zieht.

 

Eure/Ihre

©️Marion Höft


 

 

Kategorien: Keine