Marion Höft  
Hundetrainerin und Problemhundtherapeutin
Hundeschule - Hundetraining - Seminare und Coaching fuer Mensch und Hund

Ich berate Menschen und trainiere Hunde

Blog Pfote today

Unser Leben steht gerade Kopf!

Gepostet am 19. März 2020 um 4:35

Nach so manchen Hiobsbotschaften schwirrt jetzt auch eine Ausgangsperre über uns, die viele Hundehalter*innen beunruhigt. Was darf ich während dieser Zeit und was nicht? Die Meinungen gehen auch hier, wie so häufig, weit auseinander und die Unsicherheit wächst.

 

Erfahrungswerte gibt es von bereits betroffenen Gebieten. Dort darf man während der Ausgangsperre kurze Spaziergänge machen, solange diese in der Nähe des eigenen Zuhauses stattfinden. Somit ist sichergestellt, dass man mit seinen Hunden trotz einer Ausgangsperre kurz raus darf, damit die Hunde ihr Geschäft verrichten können.

Daher gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Anhaltspunkte, die eine Aufregung diesbezüglich rechtfertigen.

 

Probleme allerdings dürften diejenigen bekommen, die ihren Hunden alles aber keine Ruhe gelernt haben. Für sie wird es schwer werden, entspannt durch eine Zeit zu kommen, von der niemand weiß, wie lange sie anhalten wird.

 

Ich kann nur empfehlen, nicht bis zum Tag x zu warten, sondern sofort mit dem „Ruhetraining“ zu beginnen.

Fahrt bereits jetzt die gemeinsamen Aktivitäten herunter und legt den Schwerpunkt eures Zusammenlebens auf gemeinsames Chillen. Weist Euren Hunden einen Platz zu, an dem er zur Ruhe kommen kann und auch muß. Zu Beginn kann es sein, dass Ihr euren Hund mehrmals auf seinen Platz bitten müsst. Bitte bedenkt in diesen Situationen, dass der Hund dieses nie gelernt hat, und eure Unterstützung braucht. Bleibt ihr konsequent dabei, kann euer Hund umso schneller lernen.

 

Auch wenn es besonders vielen Menschen schwer fällt, auf Sporteinheiten mit ihren Hunden zu verzichten, werden es die Hunde nach kurzer Zeit annehmen, entspricht doch gerade dies ihrem eigentlichen Naturell.

 

Wenn wir unsere Hunde nicht dauerbeschäftigen oder dauerbespaßen, ruhen oder schlafen Hunde im Schnitt 18 - 20 Stunden am Tag, ältere Hunde sogar mehr. Das heißt nicht, dass sie nichts tun. Ihrer Veranlagung entsprechend beobachten und wachen sie. Diese Art der „Auslastung“ ist tief in ihren Genen verankert. Körperliche Höchstleistungen aber, wie Agilityrekorde zu erreichen oder stundenlang neben einem Fahrrad herlaufen, gehören nicht zur Natur der Hunde.

 

Nutzen wir diese Zeit, um uns und unseren Hunden die Ruhe zu gönnen, die unser Organismus braucht, um im Gleichgewicht bleiben zu können.

Seine Energien damit zu vergeuden, sich darüber aufzuregen oder gar in Panik zu geraten, bringt uns nicht weiter. Es ist eine Situation, die wir im Moment nicht ändern, sondern nur das Beste daraus machen können.

 

Ändert man seinen Blickwinkel kann man erkennen, dass Krisen auch Chancen beinhalten. Nutzen wir diese Chance, um unseren Hunden wieder näher zu kommen und von ihnen zu lernen, was wirklich wichtig im Leben ist. Was das ist, muß jeder Einzelne für sich selber herausfinden. Jetzt wäre die richtige Zeit dazu.

 

Gebt gut auf Euch acht und bleibt bitte alle gesund. Innere Ruhe und Gelassenheit kann einen entscheidenden Teil dazu beitragen, damit unser Immunsystem so manchen Widrigkeiten trotzen kann.

 

Eure/Ihre

©️Marion Höft

 

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