Marion Höft
Hundetrainerin und Problemhundtherapeutin
Hundeschule - Hundetraining - Seminare und Coaching fuer Mensch und Hund

Ich berate Menschen und trainiere Hunde

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Legen Sie sich einen souveränen Zweithund zu!

Gepostet am 21. Februar 2020 um 4:00

Aus der Kategorie „Ich empfehle etwas, weil jemand etwas empfohlen hat dem etwas empfohlen wurde, weil irgendjemand meinte, etwas empfehlen zu müssen“.

 

Legen Sie sich einen souveränen Zweithund zu!

 

Wenn Mensch und Hund aneinander verzweifeln und sich im Chaos verlieren, soll es häufig ein souveräner Zweithund richten. So die Empfehlung.

Die Hoffnungen und Erwartungen in diesen Hund sind groß. Er soll in Ordnung bringen, was der Mensch nicht geschafft hat. Aus dem Ersthund soll ein gehorsamer und dem Menschen treu ergebener Familienhund werden.

 

Diesen Rat folgen viele verzweifelte Hundehalter*innen sehr gerne. Wie einfach klingt es doch die Verantwortung abgeben zu können, da sich die Hunde nun selber erziehen.

 

Online, so die Wunschvorstellung, kann man sich den Hund der „Marke Souverän“ schnell bestellen und die Lieferung kommt auch ins Haus. Kaum angekommen aber scheint der Hund einen „Defekt“ zu haben. Die erhoffte Souveränität bleibt aus und anstelle der gewünschten Ruhe ist das Chaos komplett. Man hat nun zwei Hunde, die weder hören noch brav des Menschen Wünsche erfüllen. Stattdessen steigern sich die „Unarten“ der Hunde und schnell kehrt Ernüchterung ein.

 

Diese Empfehlung ist im Grunde nicht verkehrt. Ein souveräner Hund kann einem aufmüpfigen „Radauburschen“ durchaus in seine Schranken weisen und ihm das geben, was er von seinem Menschen nicht bekommt: Führung und Orientierung.

 

Übersehen wird dabei aber, dass souveräne Hunde nicht mal eben gezüchtet werden können noch im Katalog „charakterstarke Hunde“ zu finden sind.

 

Es gibt souveräne Hunde. Aber durch die vorgebenden Merkmale, wie ein vermeintlich perfekter Hund zu sein hat, bleibt von vielen dieser Hunde am Ende eines langen Umerziehungsweges meist nicht mehr viel übrig.

Alles was sie ausmacht, wird ihnen abtrainiert oder wegerzogen: ihre Eigenständigkeit, ihre Ruhe, ihre Präsenz und am Ende auch ihre glasklare Kommunikation.

 

Souveräne Hunde sind keine Massenware. Sie sind rar „gesät“ und man kann sich glücklich schätzen, ein solch wunderbares Wesen an seiner Seite zu haben. Dazu aber muss man den wahren Charakter des Hundes erkennen und den Mut haben, sich auf diesen Hund einlassen zu können.

 

Die Verantwortung kann man auch mit einem souveränen Hund an seiner Seite nicht abgeben. Aber man kann von ihm lernen die Persönlichkeit zu werden, die der „Ersthund“ so dringend benötigt.

 

Ich hatte das große Glück, dass eine souveräne Hündin ihren Weg zu mir gefunden hat. Sie hat mich vieles gelehrt und mit dazu beigetragen, dass ich der Mensch bin, der ich heute bin. Und doch ist es immer noch an mir, die Regeln für unserer Zusammenleben aufzustellen und letztendlich auch die Verantwortung für alle meine Hunde zu übernehmen. Alles andere würde Elli hoffnungslos überfordern.

 

 

Danke Omi Elli für alles, was Du mich gelehrt hast! Die fitteste Hündin bist Du nun nicht hat mehr, aber unendlich weise und die beste Lehrmeisterin, die ich mir jemals wünschen konnte ❤️

 

©️Marion Höft



Aggressiv

Gepostet am 17. Februar 2020 um 2:50

Gefühlt mehren sich die Berichte über aggressive Hund und auch über Hunde, die außer Kontrolle geraten sind .

 

Auch ich bekomme vermehrt Anfragen, weil der Hund aggressiv geworden ist. Was mich erstaunt ist die häufig mit der Bitte um Unterstützung gestellte Frage: „machen Sie das?“, weil die Betroffenen bereits mehrere Absagen von Hundeschulen/Hundetrainern bekommen haben.

 

Vor Ort erlebe ich meist etwas anderes. Ich sehe völlig verunsicherte Hunde, die orientierungslos und außerhalb jeglicher Führung durch den Menschen sich selbst überlassen und mit ihrer Situation hoffnungslos überfordert sind.

Bereits bei meinem Eintreffen sprechen die Hunde eine mehr als deutliche Sprache. Sie teilen mir eindrucksvoll mit, was sie von mir halten - nämlich nichts. Diese klare Ansage der Hunde zu ignorieren, könnte in der Tat schmerzhafte Konsequenzen haben und das Schicksal der Hunde besiegeln.

 

Viele betroffene Halter*innen haben ihren Hunden Kommandos beigebracht aber schnell gemerkt, dass sich das problematische Verhalten des Hundes nicht mit einem Wort abstellen lässt. Trotz Nein! oder Sitz! werden Besucher am Eintreten des Hauses gehindert und die Menschen haben alle Mühe, ihre Hunde zu halten.

Dass hier kein Kommando für Abhilfe sorgen kann verwundert nicht. Wer lediglich versucht, die Symptome in den Griff zu bekommen, trainiert an der Ursache vorbei. Viele Halter*innen berichten, dass sich das aggressive Verhalten ihrer Hunde nach einer kurzzeitigen Besserung sogar noch gesteigert hat.

 

Wer nun meint, dass solch ein Hund die Dominanz eines Menschen spüren muss oder irgendwelche Unterordnungsrituale anwendet, wird schnell an seine Grenzen kommen. Er verkennt, dass Hund nicht gleich Hund und Aggression nicht gleich Aggression ist. Er übersieht, dass man besonders bei unsicheren Hunden sehr behutsam vorgehen muss. Die Warnungen solcher Hunde kommen meist sehr früh und diese gilt es zu erkennen, um respektvoll mit dem Hund umgehen zu können. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, es beginnt mit diesem einen speziellen Blick.

 

Bei diesen Hunden muss man in ihrem Tempo gehen. Man muss auf ihre Kommunikation achten und die Warnungen erkennen. Dazu braucht es Zeit, Ruhe und viel Geduld. Gleichzeitig muss man den Menschen „Führungswerkzeuge“ an die Hand geben, damit sie ihren Hunden in diesen für sie bedrohlichen Situationen helfen können.

 

Die meisten als aggressiv bezeichneten Hunde in meiner Arbeit sind weder aggressiv noch gefährlich. Sie tun was ein Hund in dieser Situation aus seiner Sicht tun muss, weil die Menschen passiv bleiben und keine Entscheidungen treffen.

 

Hier ist der Mensch gefordert Hund zu lernen. Der Mensch muss lernen, seinen Hund zu lesen und zu verstehen, um mit diesem hundetypischen Verhalten umgehen zu können.

Grundlage um diesen Hunden aus ihrem Verhalten heraushelfen zu können, ist das „Warum“ zu erkennen.

 

Aggressionen können viele Ursachen, darunter auch eine Erkrankung, haben. Wenn das Wort „aggressiv“ fällt, gilt es daher sehr genau hinzusehen. Achtet man nur auf das sichtbare Verhalten des Hundes, ist der Stempel „gefährlich“ schnell aufgedrückt. Richtet man seinen Blick aber auf die innere Haltung des Hundes, kann man die Ursache erkennen und Lösungswege für Mensch und Hund finden.

 

Der häufigste Auslöser für Aggressionen aber ist der Mensch, der die Sprache seines Hundes nicht versteht, seine Bedürfnisse ignoriert und meint, man könne natürliche hündische Verhaltensweisen „mal eben“ abtrainieren.

 

Sollten sich die ersten Anzeichen von Aggressionen bei Ihrem Hund bemerkbar machen, holen Sie sich bitte rechtzeitig kompetente Hilfe. Durch Abwarten oder unsinnige Trainingsmethoden wird sich die Aggression weiter steigern und der Hund zu einer zunehmenden Gefahr werden.

 

Bei zu Aggressionen neigenden Hunden, kann man nur immer wieder die Verwendung eines Maulkorbs empfehlen. Auch wenn dieser das Heilehundeweltbild vieler Menschen stört, kann er Leben retten! Wer Optik über Verantwortung stellt, handelt aus meiner Sicht grob fahrlässig.

 

Besonders ängstliche oder unsichere Hunde brauchen Menschen an ihrer Seite, die ihnen Orientierung geben und Sicherheit vermitteln, damit sie in einer für sie beängstigenden Umgebung bestehen können.

 

Erst wenn der Mensch sich ändert, ändert sich auch sein Hund!

 

 

©️Problemhundtherapie Marion Höft

Von Hunden lernen

Gepostet am 15. Februar 2020 um 4:30

heißt instinktiv zu spüren wann es besser ist, Dinge zu akzeptieren wie sie sind und sich nicht über etwas zu ärgern, was nicht mehr zu ändern ist.

Als ich mein Buch zur Veröffentlichung beim Verlag eingereicht habe hat sich herausgestellt, dass mein ursprünglicher Titel in der Zwischenzeit anderweitig verwendet wurde. Shit happens und aus Fehlern lernt man. Beim nächsten Buch werde ich den Titel erst bekannt geben, sobald Titelschutz besteht.

Ganz wie meine Hunde es mich gelehrt haben, habe ich meine Energie nicht mit endlosen Diskussionen vergeudet, die am Ende nur viel Kraft gekostet und u.U. kräftezehrende Streiterein nach gezogen hätten.

Stattdessen habe ich mich auf die Suche nach einem neuen passenden Titel begeben, der dem Inhalt dieses Buches sogar noch besser entspricht. Nachdem wir Familienrat gehalten haben, sind wir fündig geworden.


Der Titel meines in Kürze erscheindenden Buches lautet nun:

"Erst wenn der Mensch sich ändert! - Warum Hunde Führung brauchen"


Manchmal kommt es anders als man denkt, aber es muss nich zwingend schlechter sein.

Gestern haben wir die Gewinnerin/den Gewinner unserer Facebookverlosung von einer neutralen Person ziehen lassen - unserem Enkel.

Ich gratuliere der Gewinnerin Kirstin Ziegener sehr herzlich zu ihrem Gewinn einer signierten Hardcoverausgabe. Kirstin melde dich bitte bei uns!

Eure/Ihre 

Marion Höft



Hunde - die unbekannten Wesen

Gepostet am 3. Februar 2020 um 14:00

Verfolgt man die menschliche Hundewelt im Netz, scheint alles ganz einfach. Einen Hund kann man problemlos online kaufen und die passende Bedienungsanleitung gleich dazu.

 

Mit herzergreifenden Bildern geschmückt sind fast nur liebe, kuschelbedürftige und anspruchslose Hunde zu finden, meint man. Sie laufen super an der Leine, lieben Kinder und Autofahren sowieso. Fast alle beherrschen die Grundkommandos und brauchen nur ein wenig Liebe und Geduld.

 

So ein unproblematisches und pflegeleichtes Exemplar passt perfekt in die geträumte Welt vieler Menschen und der Verstand setzt aus. Das Schneeflöckchen Herdenschutzhund bekommt sein ersehntes warmes Körbchen und der leidende Mischling seine geliebten Kinder. Ein wenig Training hier, etwas Konditionierung dort und drei mal täglich Gassi. Ach was für ein Hundeleben.

 

Die Realität trifft viele Menschen völlig unerwartet fast über Nacht. Schneeflöckchen lässt den Herdenschutzhund raushängen und der Mischling hat mit den Kindern so gar nichts am Fell. Ja was erlaube?

Leckerchen werden nun in Massen geworfen, alles positiv verstärken und mit einem vor Liebe überquellendem Herzen. Mit der Stimme wird ein säuselndes Markerwort erfunden und mit jedem Click kommt der Gehorsam. So steht es geschrieben, so wird es gemacht!

 

Trotzdem häufen sich die Probleme derart, dass mittlerweile selbst viele Hundetrainer*innen mit den Worten „so was machen wir nicht“ abwinken, wenn das Wort „aggressiv“ fällt. Hunde sind zum spielen und bespassen da, Fehlfunktionen sind nicht einkalkuliert.

 

Was läuft verkehrt? Der Mensch hat Führung verlernt. Nur keine klaren Vorgaben oder gar ein deutliches Stopp. Welche Pein würde die empfindliche Hundeseele treffen. Also alles positiv, alles mit Gleichmacherei.

 

Hunde sind keine Menschen und schon gar nicht alle gleich. Es gibt Hunde, die sind anders, schwierig und denken selbst in ihren schlimmsten Albträumen nicht daran, sich einem liebenden Menschen unterzuordnen. Es gibt Hunde, die brauchen eine klare Führung, klare Ansagen und deutliche Grenzen, manchmal ein Leben lang. Es sind Hunde, die diese grenzenlose Menschenliebe hoffnungslos überfordert.

 

Mensch sieh wieder hin und vor allem sehe was ist. Der vernebelte Blick vieler Menschen auf Hunde bringt immer mehr Hunde in Tierheime, in Onlinevermittlungen und wenn gar nichts mehr geht auch ins Grab.

 

Hunde waren, sind und bleiben Jagdraubtiere und Beutegreifer. Wer sich darüber echauffiert, dass es Hunde gibt, die draußen leben und nicht auf einer Couch dauerliebkost werden, kann Hund nicht. Es gibt Hunde, die das Überleben auf der Straße gelernt haben und die mit Menschen nichts zu tun haben wollen. Wer solch ein Exemplar in unsere laute, hektische und rücksichtslose Welt zwingt, braucht sich über die Folgen nicht aufzuregen.

Es gibt Hunde. die gezüchtet wurden, um eigenständig zu arbeiten. Sie bewachen z.B. Herden und finden ihr artgerechtes Hundeglück draußen und weinen einem fehlenden Bettchen keine Träne nach. Vielen Menschen aber gefällt das nicht und sie meinen retten zu müssen, was nicht gerettet werden muss.

 

Viele Hunde sind pflegeleicht, viele aber nicht und das zieht sich durch alle Rassen. Wer dies nicht hören will, kann sich in den Tierheimen selbst ein Bild dieser falsch verstandenen Liebe machen. Dort sitzen sie, die s.g. Schattenhunde. Ein schönes Wort für so viel Hundeleid. Sie sind es, die den wahren Preis eines völlig verblendeten Blickes vieler Menschen zahlen. Sie verbringen den Rest ihres Lebens eingesperrt in Zwingern, ohne Aussicht, diesen Ort jemals verlassen zu können. Solche Hunde passen nicht in das Heilweltbild vieler Hundeliebhaber*innen. Es würde das positive Liebesheitideiti gewaltig stören. Eine Ausrede wurde diesen speziellen Umgang mit dem ehemaligen Wunschobjekt mittlerweile gefunden: in unseren Tierheimen geht es den Hunde immerhin besser als zuvor“. So kann man sein Gewissen auch beruhigen.

 

Kaum noch jemand wagt es, seinem Hund gegenüber eine gewisse Strenge zu zeigen. Sofort springt ein Voyeur aus dem Gebüsch und schreit „Gewalt“. Führt man seinen Hund z.B, an einer kurzen Leine Gassi, ist jemand zur Stelle, der entrüstet Tierquälerei ausmacht. Nach dem Warum wird dabei nicht gefragt, müssen viele angelesene Tierschützer auch nicht. Sie allein wissen was richtig und was falsch ist. Hund ist Hund und nur glücklich, wenn er grenzenlose Freiheit bekommt. Einen wirklich schwierigen oder gar zum Angriff bereiten Hund hatten solche Leute noch nie an der Leine und werden sie auch nie haben. Mit der Wirklichkeit konfrontiert könnte nicht mehr empört verurteilt werden.

 

Das Leid all der unzähligen orientierungslosen Hunde, die aufgrund der Führungsverweigerung ihrer Menschen unter Dauerstress stehen und zu Tode geliebt werden, will man aber nicht sehen. Es passt nicht in das rosarote Hundeliebesbild hinter dem PC.

 

Mensch lerne bitte wieder Hund, seine Bedürfnisse, seine Funktionsweisen und vor allem seine Kommunikation. Lerne wieder Hunde so zu sehen wie sie sind und nicht, wie sie schön geschrieben werden. Dann haben Hunde eine echte Chance, ein gutes Hundeleben zu führen und trotzdem oder gerade deshalb wieder der beste Freund des Menschen zu werden.

 

Was Hunde zu ihrem Glück wirklich brauchen, werden wir wohl nie bis ins Detail wissen. Gesichert ist, dass Hunde die wunderbare Gabe haben, sich auch den widrigsten Umständen anpassen zu können. Es wäre vielen Hunden schon geholfen, wenn auch wir uns den Hunden anpassen würden, anstatt sie bis zum Exzess auszulasten und sie so zu optimieren, dass sie in unser Leben passen.

 

Beziehungen sind niemals eine Einbahnstraße und funktionieren nur, wenn die Bedürfnisse beider Partner Berücksichtigung finden. Wird die Waage nicht gehalten, bricht früher oder später einer aus. Meist sind es die Hunde, die sich nicht mehr anders zu wehren wissen, als ihre schärfste Waffe einzusetzen: ihre 42 Zähne.

 

©️Problemhundtherapie Marion Höft

 

Die "Methode" souveräner Hund: Haltung zeigen!

Gepostet am 28. Januar 2020 um 11:10

Seien Sie authentisch:

Seine Mitmenschen kann man leicht täuschen. Man zieht den Bauch ein und die Schultern straff nach hinten, stülpt sich die angesagtesten Klamotten über und das Siegerlächeln kann man sich anoperieren lassen. Mit diesem Auftritt ist das Gegenüber schnell beeindruckt. Der erste Eindruck stimmt und die Komplimente kommen im Sekundentakt. Die Darstellung hat für einen begrenzten Zeitraum funktioniert und man mag meinen "Ziel erreicht". Dieses Konstrukt gerät aber schnell ins Wanken, sobald Kontinuität erforderlich ist.

Menschen sehen gerne, was sie sehen wollen, Hunde aber nicht. Sie lassen sich nicht durch Äußerlichkeiten blenden. Sie sehen hinter die perfekt inszenierte Maskerade. Sie erkennen das wahre ICH des Menschen und lassen es ihn auch spüren. Wer meint, er könne durch einen "gelungenen Auftritt" bei einem Hund Eindruck erwecken, wird schnell eines besseren belehrt. Man nennt es "verhaltensauffällig".

Bleiben Sie wer und was Sie sind und beeindrucken Sie durch Authentizität. Wer meint, so sind Sie nicht gut genut, hat Sie nicht verdient. Wahre Freunde werden beiben und Ihr erhlichster Freund, Ihr Hund, wird Ihnen gerne folgen.


Bleiben Sie standhaft:

Viel wird mittlerweile geschrieben, geraten oder empfohlen. Jeder weiß etwas anderes und nicht selten wird alles, was vorher war, als falsch oder gar gefährlich bezeichnet. So verunsichert folgen viele Menschen im guten Glauben den unsinnigsten Ratgebern, selbst wenn der "Bauch" sich heftig gegen den ausgesuchten Weg wehrt. Die Verlockungen und Versprechungen sind groß und wenn die eine Methode nicht in der versprochenen Zeit funktioniert wie angepriesen, wird schnell zur nächsten gewechstelt.

Haben Sie sich für eine Erfolgsmethode, einen Stufenplan oder etwas anderes entschieden, weil es für Sie passend erscheint, dann gehen Sie diesen Weg bis zum Ende. Sollten weiterhin anderweitige Meinungen oder Besserwisser Ihren Weg kreuzen, bleiben Sie sich treu und vor allem standhaft. Bedenken Sie, dass weder Menschen noch Hunde genormt sind oder nach einer Methode funktionieren können und jegliche Art des Lernens und sich entwicklens so lange dauert, wie es dauert. Das Zauberwort heißt Geduld!


Übernehmen Sie Verantwortung:

Auch wenn man sich schnell in den verschiedensten Medien darüber informieren kann, was richtig oder auch falsch sein soll, sind letztendlich doch Sie in der Verantwortung. Niemand kann Ihnen die Last der Entscheidung abnehmen, was auf Sie zutrifft oder auch nicht. Sie kennen sich und Ihren Hund am besten.


Stellen Sie Regeln auf:

Wie das Wort schon sagt, regeln Regeln das Zusammenleben. Sie geben dem Gegenüber Orientierung und unterstützen dabei, Fehler zu vermeiden. Wer weiß, wie er sich richtig zu verhalten hat, läuft weniger Gefahr, ein "Problemverhalten" zu zeigen.

Immer häufiger wird die Notwendigkeit von Regeln negiert. Hier muss die Frage erlaubt sein, warum Gesetze für das Zusammenleben einer Gesellschaft erlassen wurden und werden? Ohne Regeln endet jegliches Zusammenleben im Chaos und überfordert Mensch wie Hund. Wir erleben es jeden Tag.


Setzen Sie Grenzen:

Es liegt in der menschlichen und auch der hündischen Natur auszutesten, wie weit man gehen kann. Im zwischenmenschlichen Bereich wird häufig der Weg der emotionalen Erpressung gewählt und letztendlich gibt man nach. Schließlich möchte man dem anderen helfen oder ihm eine Freude bereiten, auch wenn man dies nicht wirklich will. Bleiben Sie standhaft und setzen Sie rechtzeitig eine deutliche Grenze. Dies kann Sie vor so mancher Enttäuschung oder Ausnutzung bewahren.

Durch Grenzen zeigen Sie Ihren Mitmenschen oder auch Ihrem Hund, dass Sie weder manipulierbar noch Ihre Entscheidungen diskutabel sind.


Wenn es Ihnen gut geht, Sie sich in Ihrer Haut wohlfühlen und mit sich im Reinen sind, können Sie dies an Ihr Umfeld weitergeben. Dann sind Sie authentisch, dann werden Sie respektiert. Nicht für das was Sie darstellen, sondern für das was Sie sind: eine Persönlichkeit, die weiß was sie will und Haltung zeigt.

Dann wird sich Ihr Hund auch ohne Kommando Ihnen anschließen - weil Sie ihm Orientierung und Sicherheit geben, weil Sie die richtigen Entscheidungen treffen - auch für ihn. Aber vor allem, weil Sie Sie sind.


"Hunde kommen in unser Leben, um uns etwas beizubringen. Sie helfen uns zu wachsen"! (Marion Höft)

Das ist meine Überzeugung.


©Marion Höft

Die innere Haltung!

Gepostet am 23. Januar 2020 um 3:35

Wer lediglich das sichtbare Verhalten der Hunde ändern will, übersieht das Wesentliche: die innere Haltung!

Angst, Unsicherheit oder Erregung lässt sich nicht wegtrainieren oder per Kommando abstellen. Hier bedarf es eines Menschen der bereit ist, sich dem Problem hinter dem Problem zu stellen.

Dann kann der Weg gefunden werden, um Hunden dauerhaft aus ihrem, häufig auch für sie stressigen, Verhalten helfen zu können.


Pongo

Gepostet am 20. Januar 2020 um 14:25

Die lange Reise eines ehemaligen Straßenhundes

Als ich Pongo kennengelernt habe, bestand sein Leben aus Angst. Angst vor Geräuschen, vor Radio und Fernseher, vor der Dunkelheit aber vor allem vor Männer. Diese hatte er bereits mehrfach gebissen. Große Probleme hatte seinen Menschen auch der Herdenschutzhund in ihm bereitet. Er hat seine Menschen und alles was zu ihnen gehört bewacht, beschützt und auch durch Angriffe verteidigt. Kam Essen ins Spiel, wurde Pongo unberechenbar. Selbst wenn die Menschen für sich Essen zubereitet haben, griff er sie an.

 

Nachdem klar war, dass die Probleme für seine Besitzer zu groß wurden und seine Zukunft ungewiss war, habe ich Pongo im Sommer 2018 zu mir genommen. Schnell zeigte er auch bei mir, dass er keinen Spaß versteht, wenn Futter im Spiel ist.

 

Damit Pongo lernen kann, habe ich sofort alle fünf Hunde zusammen gefüttert. Da ich bereits eine Herdenschutzhündin bei mir aufgenommen habe, die aufgrund einer „Futteraggression“ abgegeben wurde, gibt es während der Fütterung klare Regeln und Grenzen. Eine Regel für alle Hunde ist, dass die anderen Näpfe für sie tabu sind, bis ich diese frei gebe. Pongo, der offensichtlich keine Regeln kannte, wollte gleich am ersten Tag auf meine schwächste Hündin Maya losgehen, um an ihr Futter zu gelangen. Diesen Angriff konnte ich rechtzeitig stoppen. Dass ihn ein Mensch in seine Schranken weist, hat Pongo tief beeindruckt. Seitdem ist es zu keinen Angriffen mehr gekommen und er lässt auch Maya in Ruhe fressen.

 

Seine Ängste hat er weitestgehend abgelegt. Läuft das Radio oder der Fernseher, flüchtet er nicht mehr und auch während der Dunkelheit geht er raus. Mittlerweile hat er seinen Platz in meiner Familie gefunden und schläft nach einem tiefen Seufzer seelenruhig in seinem Bett. Bei Geräuschen reagiert er manchmal noch unsicher, doch auch hier hat sich sein Verhalten deutlich gebessert.

Und Männer? Seine besten Freunde werden sie wohl nicht aber er hat gelernt, dass man deren Anwesenheit ertragen kann. Allerdings bekommen auch männliche Besucher klare Regeln an die Hand, es sind die drei NA‘s: nicht anschauen, nicht ansprechen und nicht anfassen. Vor allem aber müssen sie seine enorme Individualdistanz achten.

Durch diese rücksichtsvolle Annäherung sucht Pongo mittlerweile sogar die Nähe der männlichen Eindringlinge, um sie zu beschnuppern. Auch wenn er große Fortschritte gemacht hat und es zu keinen Aggressionen mehr gekommen ist, bleibe ich dennoch in der Nähe, da Pongo sich sehr an mir orientiert und meine Präsenz ihm Sicherheit gibt. Ohne diese Sicherheit käme seine Unsicherheit Männern gegenüber wieder hervor. Hier gehe ich kein Risiko ein, denn über den Berg ist er noch lange nicht. Seine Haltung spricht eine deutliche Sprache.

Geblieben ist seine „Sehnsucht“ nach Freiheit. Auch wenn er bei mir ein großes Gelände hat, auf dem er sich frei bewegen kann, bleibt für diesen ehemaligen Straßenhund ein Zaun ein Zaun. Gerne hält er sich am Tor auf und hält seine Nase in den Wind. Dann ist er wieder Pongo der Straßenhund, dessen Rettung Mensch und Hund gleichermaßen überfordert hat.

Manche Dinge bleiben und Pongo wird immer ein „besonderer“ Hund sein - mit Ecken und Kanten aber dennoch liebenswert. Dies auch oder weil mehrfach empfohlen wurde, diesen aggressiven Hund einschläfern zu lassen.


Sein Schicksal hätte besiegelt werden sollen weil nur gesehen wurde, was er alles falsch gemacht hat. Übersehen wurde die Ursache für seine Aggressionen - seine große Unsicherheit!

Pongo hat viel gelernt. Vor allem dass es Menschen gibt, denen er sich anvertrauen kann.

 

©️Problemhundtherapie Marion Höft



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