Marion Höft  
Hundetrainerin und Problemhundtherapeutin
Hundeschule - Hundetraining - Seminare und Coaching fuer Mensch und Hund

Ich berate Menschen und trainiere Hunde

Blog Pfote today


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Diese Woche wird es heiss!

Gepostet am 6. August 2020 um 6:35

Nach den Vorhersagen soll es sogar sehr heiß werden und unter den Hundehalter*innen breitet sich vermehrt Panik aus.

Im Netz sind Fragen und Hilferufe von besorgten Menschen zu finden, wie man denn die Hunde bei diesen Temperaturen beschäftigen soll und worauf zu achten ist. Die gut gemeinten Kommentare lassen nicht lange auf sich warten und jeder empfiehlt etwas anderes.

Beobachten wir Hunde bei steigenden Temperaturen bekommen wir die fachhündische Antwort. Sie suchen sich das für sie am besten geeignete Plätzchen und ruhen den ganzen Tag. Sie bewegen sich nur wenn es unbedingt sein muss, nehmen Wasser auf wenn sie es brauchen und werden erst wieder aktiv, sobald die Temperaturen wieder absinken.

Und keine Sorge: wenn die Hunde nun einige Tage ruhen und dösen werden sie nicht unheilbar an einer Depression erkranken. Es ist ganz natürliches Verhalten und das Beste, was sie tun können. Man schaue nur in die Natur.

Wer kann sollte es seinen Hunden gleich tun und einige Gänge runterschalten, um seine Gesundheit zu schonen und gut durch die nächsten Tage zu kommen.

Weniger kann so viel mehr sein, aber „Erst wenn der Mensch sich ändert!“

©️Marion Höft

Ignorieren

Gepostet am 3. August 2020 um 5:40

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen das z.B. Anspringen ihres Hundes ignorieren. Die Logik dahinter soll sein, dass die Hunde auf diese Art und Weise lernen sollen, dieses aus unserer Sicht unerwünschte Verhalten abzulegen. Dem Hund soll durch das Wegdrehen von Frauchen oder Herrchen klar werden, dass sie das nicht möchten. Der Erfolg dieser Methode aber bleibt meist aus, ist sie doch meilenweit von einer gemeinsamen Kommunikation entfernt.

Betrachten wir jegliche Verhaltensweisen der Hunde aus deren Sicht stellen wir schnell fest, dass alles Teil einer komplexen Kommunikation ist. Hunde kommunizieren körperlich und setzen auch eine facettenreiche Mimik und Gestik ein. Wenn sie etwas nicht möchten, kommunizieren sie das auch so.

Das Ignorieren wurde von den Vermeidungsstrategien der Hunde auf unser menschliches Verhalten übertragen. Übersehen wurde dabei, dass Hunde zwar z.B. den Blick abwenden um Konfrontationen zu vermeiden, aber immer noch durch eine innere Präsenz ganz klar mitteilen, was Sache ist.

Auch wenn für viele Menschen das Anspringen lästig oder unerwünscht ist, sollte man sehen was ist. Nicht immer ist das Anspringen eines Hundes pöbeln. Häufig ist es eine Frage oder auch ein Hilferuf an seine Menschen. Dieses zu ignorieren schafft kein Vertrauen, sondern meist weitere Probleme in der Mensch-Hund-Beziehung.

Wenn immer weiter an veralteten Methoden, die ursächlich für die heutigen Probleme zwischen Mensch und Hund sind, festgehalten wird, werden die Probleme weiter zunehmen.

Haben wir den Mut, Altes loszulassen und neue Wege zu beschreiten. Lernen wir von Hunden wieder Kommunikation. Nur wenn wir klar, eindeutig und manchmal auch kompromisslos sind, werden sie uns verstehen und auch respektieren.

Vor allem aber sollten wir uns von dem Gedanken befreien, dass Hund gleich Hund ist und alle nach einem bestimmten Muster funktionieren. Die Realität lehrt uns jeden Tag, dass dem nicht so ist.

Auch Hunde haben verschiedene Stärken, Schwächen und auch Kompetenzen. Es ist an uns zu lernen, mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten umzugehen. Dies kann gelingen, aber „Erst wenn der Mensch sich ändert!“

©️Marion Höft

Der "Spieltrieb" unserer Hunde

Gepostet am 16. Juli 2020 um 0:15

Wunsch des Menschen oder Wirklichkeit?

Kaum etwas erfreut das Menschenherz mehr, als mit Hunden zu spielen. Noch bevor der Welpe bei uns eingezogen ist, werden Fressnapf und Co. gestürmt und Hundespielzeug in allen Farben und Formen gekauft, das Angebot ist schier unendlich.

Kaum ist der Welpe da, werden Bälle geworfen, Kuscheltiere in Haus und Garten verteilt und Zerrspiele bis zur Erschöpfung des kleines Hundes gespielt.

Ganz nebenbei wird noch Sitz, Platz, Bleib trainiert, eine Welpenspielgruppe besucht und das regelmäßige Gassi muss auch sein.

Schnell wird aus einem Welpen ein erwachsener Hund, doch der Traum eines ruhigen und ausgeglichenen Hundes hat sich nicht erfüllt. Der Hund kommt nicht zur Ruhe, fordert Beschäftigung ein. Lautes Aus, Nein, Pfui hat häufig zur Folge, dass der Hund anfängt das Mobilar und oder auch das Haus zu zerlegen.

In dieser verzwickten Situation wird hilfesuchenden Hundehalter*innen oft gesagt, dass ihr Hund nicht ausgelastet sei und er deshalb auf „dumme Gedanken“ käme. Abhilfe schaffe hier nur mehr Beschäftigung. Ein fataler Irrtum!

In meiner Praxis erlebe ich sehr häufig, dass diese völlig überdrehten Hunde nicht mehr zur Ruhe kommen (können) und auch teilweise aggressiv die Jagd nach der Beute (Spielzeug) einfordern. Reagiert der Mensch nicht, wird auch geschnappt.

Eines haben diese Hunde nie gelernt - Ruhe und Entspannung!

Was bei all diesem Beschäftigungsirrsinn völlig unterschätzt wird, sind die gesundheitlichen Auswirkungen eines Hundes, der unter diesem Dauerstress steht.

Studien haben ergeben, dass unseren Hunden Schlaf sogar wichtiger ist als Nahrung. Während dieser Studien wurden Hunde durch Geräusche von ihrem Schlaf abgehalten. Es hat sich herausgestellt, dass bei diesen Hunden innerhalb kürzester Zeit sämtliche Lebensfunktionen gestört waren.

Die Folgen des Schlafentzugs waren unter anderem schnellere Reizbarkeit, Aggressivität sowie schwere und chronische Erkrankungen.

Ein längerer Schlafentzug kann sogar zum Tod führen.

Haben unsere Hunde einen Spieltrieb? Nein! Aber sie haben einen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb! Was wir „Spielzeug“ nennen, ist für unsere Hunde schlichtweg Beute. Sei es nun der Ball oder was auch immer geworfen wird, ein Hund wird diesen hetzen, jagen, töten (reinbeißen) und nicht wenige Hunde fressen ihre Beute auch (zerreißen). Was der Mensch „Zerrspiel“ nennt ist aus Hundesicht ein Kampf um eine Ressource.

Wichtig ist den Hunden vom Welpenalter an ihre Ruhe- und Schlafphasen zu lassen, diese betragen bei Welpen 20 bis 22 Stunden, bei ausgewachsenen Hunden im Schnitt 18 Stunden pro Tag. Sollte der Hund nicht zur Ruhe kommen, so ist der Mensch gefordert, seinen Hund darin zu unterstützen.

Wer jetzt kopfschüttelnd auf diese Zeilen schaut, sollte bedenken dass es Hunde sind mit ganz anderen Bedürfnissen und Veranlagungen als wir Menschen.

Viele Erkrankungen, die vor wenigen Jahren noch bei Hunden völlig unbekannt waren, haben in dieser Überbeschäftigung häufig ihren Ursprung.

Wir sollten uns auch fragen, ob wir nicht von einer äußerst geschäftstüchtigen Industrie in den „Spielwahn“ geleitet werden, denn schließlich wird mit der s.g. Auslastung“ sehr viel Geld verdient.

Ich möchte hier nicht das Spielen an sich mit dem Hund verteufeln. Gemeinsame Aktivitäten und Unternehmungen können eine Beziehung stärken. Wir sollten jedoch sehr darauf achten, dass unsere Hunde nicht „überdrehen“ und die Spielzeiten nicht ausufern lassen. Statt noch mehr Beschäftigung können Mensch und Hund auch mal gemeinsam ruhen.

Unsere Hunde sind unsere treuen Wegbegleiter und häufig auch unsere besten Freunde. Es liegt in unserer Verantwortung, mit ihren Bedürfnissen und Veranlagungen sorgsam umzugehen und sie als das zu sehen was sie sind: Hunde!

Man kann andere nicht ändern, sondern nur sich selbst. Dies gilt auch im Umgang mit unseren Hunden!

©️Marion Höft

Wenn zu hohe Erwartungen Beziehungen (zer)stören

Gepostet am 8. Juli 2020 um 4:10

Die Erwartungen sind häufig hoch, sehr hoch und vor allem an die anderen. Die Kinder sollen später mal Doktor oder gleich Professor werden und der Partner / die Partnerin soll uns glücklich machen und uns alle Wünsche von den Augen ablesen.

In den manchmal viel zu hohen Erwartungen gefangen, wird sich der Realität verweigert. Entspricht der Nachwuchs nicht den Erwartungen der Eltern und tut sich bei Mathe oder Latein schwer, gibt es statt Freizeit Nachhilfe. Das Kind soll es mal besser haben, so die Ausrede, die die wahren Stärken des Sprößlings ausblenden. Auch das Umfeld ist schnell mit Diagnosen zur Stelle und unterstellt eine Lernschwäche oder vermutet ADS. Vielleicht aber wäre der Sohn ein begabter Handwerker oder die Tochter hat ihre Stärken im künstlerischen Bereich. Stattdessen wird die Kindheit häufig weggepaukt und das Kind mit den viel zu hohen Erwartungen der Eltern und Gesellschaft überfordert.

Der Partner oder die Partnerin hat bereits zu Beginn Ecken und Kanten und entspricht nicht ganz den Vorstellungen des lang ersehnten Lieblingsmenschen? Statt den Menschen an seiner Seite zu akzeptieren wie er ist wird sich eingeredet, den ausgesuchten Menschen schon „hinbiegen“ zu können.

Meist jedoch stellt sich nach einiger Zeit das böse Erwachen ein. Der Umerziehungsplan geht nicht auf und eine große Enttäuschung macht sich breit.

Die Aussicht auf eine Professur seines Kindes schwindet mit jeder teuer bezahlten Nachhilfestunde. Statt zu lernen wird das Kind quengelig oder gar verhaltensauffällig.

Der einstige Traumpartner oder Traumpartnerin will sich trotz aller liebevoller Bemühungen nicht ändern und pflegt entgegen aller „Erziehungsmaßnahmen“ die alten Gewohnheiten und nervt nur noch. Statt liebevoller Stunden zu zweit ist Streit angesagt, meist wegen Kleinigkeiten. Die Enttäuschung ist groß und eine Trennung steht an.

Die hohen Erwartungen haben alle Beteiligten überfordert und maßlos enttäuscht.

Auch an die Hunde sind die Erwartungen hoch. Lieb sollen sie sein: zu Kindern, zu anderen Hunden und überhaupt zu allen Menschen.

Gehorchen sollen sie aufs Wort und ihren Menschen stets treu zur Seite stehen.

Erfüllt der Hund diese hohen Erwartungen seines Menschen nicht, muss er in die Schule. Lernen soll er Grundgehorsam, brav an der Leine zu laufen, sein Wachen und Schützen abzulegen und sein Bellen kann man auch gleich abtrainieren.

Beflügelt werden die enormen Erwartungen durch unzählige Onlinevorführungen perfekt funktionierender Hunde, Nachbarn und Freunde reden einem auch ständig irgendetwas ein und regelmäßig führen Fernsehhundetrainer vor, wie leicht doch die Hundeerziehung ist. Kurse werden für alle vermeintlichen Probleme angeboten und nichts scheint einfacher, als einem Hund alles hündische abtrainieren zu können. Dass alle Bilder und Videos nur die perfekten Momente darstellen wird gern übersehen. Ebenso, dass auch bei diesen Leuten nicht immer alles so perfekt abläuft wie dargestellt. Wer will sich auch als fehlerhafter Mensch darstellen, bringt dies doch keine Klicks und Likes oder Werbepartner.

Nichts und niemand ist perfekt und Missgeschicke passieren - Jedem!

Trotzdem müht sich der Mensch sich den, nach Meinung der anderen, perfekten Hund heranzuziehen, ihm Kommandos anzutrainieren und ihm Gehorsam beizubringen.

Doch dieser Hund funktioniert nicht wie andere Hunde, er lernt langsamer oder hört erst beim dritten oder vierten Ruf und manchmal auch gar nicht.

Angespornt durch die hohen Erwartungen wird weiter trainiert und erzogen, der Hund muss es doch mal kapieren und sofort aufs Wort hören - andere Hunde können es doch auch!

In dieser Erwartungshaltung übersehen viele Menschen, dass nicht alle Hunde gleich sind, obwohl sie derselben Rasse angehören. Hunde sind Lebewesen mit verschiedenen Stärken, Schwächen und auch Kompetenzen.

Wird dies nicht berücksichtigt, gerät das Mensch und Hund Gespann schnell in die Überforderung und viele Hunde reagieren z.B. mit verstärkter Unruhe, Unsicherheit und vermehrt auch mit Aggressionen.

Viele Mensch-Hund-Beziehungen scheitern letztendlich an den häufig zu hohen Erwartungen der Menschen und schnell resigniert.

DEN perfekten Hund gibt es nicht. Es gibt den perfekten Hund für jeden einzelnen Menschen, dieser muss mit seinem Hund klar kommen und nicht die Onlinewelt oder die Nachbarschaft.

Manchmal reicht es aus, seine Erwartungen ein wenig runterzuschrauben und sein Gegenüber, egal ob Mensch oder Hund, als liebenswertes Lebewesen zu sehen so wie es ist und nicht wie man es gerne hätte.

Auch so manche Schwäche des anderen kann man liebgewinnen oder lernen, diese zu akzeptieren.

Egal ob Mensch und Mensch oder Mensch und Hund: Beziehungen sind niemals eine Einbahnstraße. Beziehungen beruhen auf Geben und Nehmen, auf Respekt und Akzeptanz.

Wenn wir unsere Erwartungen ein wenig zurückfahren wird so manches einfacher, manchmal entspannter und einige Probleme können sich von selber lösen.

Jede Veränderung beginnt in uns selbst. Eine kleine Änderung seines eigenen Verhaltens kann eine große Wirkung auf andere haben - auch auf unsere Hunde!

„Spannet Eure Erwartung, Eure Meinung von Euren Freunden (Hunden) nicht zu hoch, so wird Euch ein menschlicher (hündischer) Fehltritt, den sie in Augenblicken der Versuchung begehen, nicht befremden, nicht ärgern.“ (Adolph Freiherr von Knigge)

„Erst wenn der Mensch sich ändert!“

©️Marion Höft

Kastration

Gepostet am 29. Juni 2020 um 5:05

 Ist es wirklich das „Erziehungswundermittel“?

 

Eine Umfrage im Rahmen der Bielefelder Kastrationsstudie aus dem Jahr 2007 ergab ein erschreckendes Ergebnis: Den häufigsten Grund für eine Kastration stellte unerwünschtes Verhalten dar (74 %), danach folgt als Begründung das Zusammenleben von Hündin und Rüde in einem Haushalt (30 %). Lediglich 21 % der befragten Hundehalter gaben medizinische Gründe für eine Kastration an.

Besonders bei Rüden wurde und wird der Glaube geschürt, dass die Kastration DAS Wundermittel gegen Verhaltensprobleme sei. Nicht wenige Hundehalter*innen, Trainer*innen und sogar Tierärzt*innen schwören darauf.

Bereits hier möchte ich betonen, dass eine Kastration niemals Erziehungsfehler beseitigen kann!

 

Viele Verhaltensauffälligkeiten, besonders Aggressionen von Rüden, werden auf das Hormon Testosteron zurückgeführt.

 

Aber was ist Aggression? Aus Menschensicht unerwünschtes Verhalten – aus Hundesicht ganz normale Kommunikation.

 

Die am häufigsten gezeigte Aggression bei Hunden ist die „Angstaggression“.

 

Besonders unsichere, ängstliche Hunde reagieren häufig in letzter Konsequenz aggressiv. Die Ursache dafür ist nicht das Hormon Testosteron, sondern Führungsdefizite der Halter. Ängstliche und unsichere Hunde brauchen einen starken Menschen, der sie souverän führt. Dazu gehört Regeln und Grenzen zu setzen, in Konfliktsituation stets ruhig zu bleiben und diese für die Hunde zu lösen.

Hinzu kommen Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Auch Knurren und Zähnefletschen ist ein ganz natürliches Ausdrucksverhalten unserer Hunde.

Dieses „Fehlverhalten“ der Angst zeigen unsere Hunde schon sehr früh. Doch die ersten Signale werden häufig vom Menschen übersehen, missverstanden oder sogar gemaßregelt. Ein sich ducken, den Schwanz einziehen und Ohren anlegen wird entweder als süß bezeichnet oder „der soll sich nicht so anstellen“ abgetan. Dass uns unser Hund hier bereits ganz deutlich mitteilt, dass er der Situation nicht gewachsen ist, wird nicht in Betracht gezogen. Schließlich muss der Hund funktionieren. Und wer mag schon z.B. einen Schäferhund, noch dazu ein Rüde, mit Angst in Verbindung bringen? Sehr wenige.

Eins ist sicher: wird der Hund in seiner Unsicherheit und Ängstlichkeit nicht wahrgenommen, wird er irgendwann schnappen. Was soll er auch sonst tun, wenn all seine Signale nicht beim Menschen angekommen sind und unter Umständen sogar noch bestraft werden?

Schnell bekommt der Hund dann den Stempel der Aggression aufgedrückt, nicht selten wird er als gefährlich eingestuft. Für unsere Hunde hat dies nicht selten dramatische Folgen.

 

Suchen sich die betroffenen Halter*innen Hilfe, ist häufig die erste Frage: ist Ihr Rüde kastriert? Wenn nicht wird dringend eine Kastration empfohlen und allzu gerne vertrauen die Halter*innen auf dieses empfohlene Wundermittel.

Manche Rüden werden durch diesen Eingriff in ihren Hormonhaushalt ruhiger. Die Unsicherheit und Ängstlichkeit aber wird durch die Wegnahme der Sexualhormone sogar noch gesteigert. Durch das Sexualhormon Testosteron wird die Cortisolausschüttung gehemmt und wirkt dadurch angstlösend, welches wiederum das Selbstbewusstsein steigert. Greift der Mensch nun in diesen von der Natur gut durchdachten Zusammenspiel der Hormone ein, erzeugt dies sogar eine Verschlimmerung des „Fehlverhaltens“.

Bei einer „Angstaggression“ ist eine Kastration sogar kontraproduktiv!

 

Neben der Aggression gibt es noch ein nicht zu duldendes Fehlverhalten unserer Hunde und soll durch das Allheilmittel Kastration beseitigt werden:

 

Die Dominanz!

 

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen und menschliche Verhaltensweisen auf den Hund übertragen. Aber auch hier sieht es in der Hundewelt ganz anders aus.

 

Dominante Hunde brauchen den Einsatz von Aggression nicht. Ein wirklich dominanter Hund ist souverän. In einem Rudel werden ihm freiwillig Privilegien zugestanden, die er für sich in Anspruch nimmt, ganz ohne Gewalt. Dominanz ist in der Hundewelt keine Eigenschaft sondern ein Beziehung der Rudelmitglieder untereinander die von unten nach oben stabilisiert.

 

Die von uns bezeichnete Dominaz hat nichts mit einem Dominanzstreben des Hundes zu tun, wie wir es aus unserer Welt kennen. In den allermeisten Fällen handelt es sich hier schlichtweg um mangelnde Führungskompetenz der Halter*innen. Wie hier eine Kastration Abhilfe schaffen soll, ist mir absolut unverständlich.

 

Ein bedenklicher Trend, der mittlerweile aus den USA auch bei uns vermehrt einkehrt ist die Frühkastration:

Betroffen sind vor allem derzeit noch Hündinnen, vermehrt müssen aber auch die Rüden unters Messer.

 

Durch den viel zu frühen Eingriff in den Hormonhaushalt, bleiben die Hunde in der körperlichen Entwicklung zurück und können nie richtig erwachsen werden. Während der Pubertät entwickelt sich das Gehirn unserer Hunde unter dem Einfluss der Sexualhormone nochmal weiter, eine zu frühe Kastration unterbindet diesen Entwicklungsprozess und hat ausschließlich negative Folgen für unsere Hunde.

 

Nicht selten werden die betroffenen Hunde aggressiver gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen und auch unsicherer, nicht nur gegenüber anderen Hunden.

 

Bevor man eine Kastration wegen Verhaltensproblemen in Erwägung zieht, sollte dringend abgeklärt werden, ob es sich wirklich um ein hormongesteuertes oder um ein erlerntes Verhalten handelt.

 

Wer durch eine Kastration lediglich das Paarungsverhalten seines Rüden unterbinden will, sollte sich bewusst sein, dass selbst kastrierte Rüden bei Anwesenheit einer läufigen Hündin weiterhin Paarungsverhalten inklusive des Hängens zeigen. Auch hier spielen die Hormone eine Rolle. Allerdings nicht das verantwortlich gemachte Testosteron sondern das als „Glückshormon“ bezeichnete Dopamin, welchem eine selbstbelohnende Wirkung nachgewiesen wurde.

 

Im Tierschutzgesetz ist eindeutig geregelt, dass das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres verboten ist.

Daher widerspricht es aus meiner Sicht dem Tierschutzgedanken, wenn Tierschutzvereine von den Adoptanten vertraglich verlangen, gesunde Hunde kastrieren zu lassen, bei Welpen sogar viel zu früh.

 

Wenn eindeutige medizinische Gründe vorliegen, sieht es anders aus. Dann muss man auch nicht über ein Für oder Wider diskutieren. Hier geht die Gesundheit unserer Tiere vor.

 

Bis vor wenigen Jahren noch wurde eine unerwünschte Fortpflanzung durch Sterilisation erreicht. Hier werden lediglich die Samen- oder Eileiter durchtrennt. Durch diesen Vorgang wird nicht in den Hormonhaushalt der Hunde eingegriffen und es sind, in der Regel, keine Nebenwirkungen zu erwarten. Alternativ kann auch ein Chip eingepflanzt werden.

 

Anzumerken ist, dass die Hunde noch vor der Kastrationitis erstaunlich gesund waren und viele Krankheiten, vor denen eine Kastration heute schützen soll, kaum bekannt waren. Aus diesem Grund sollte man sich fragen, ob die Ursache der Erkrankungen nicht ganz woanders liegen kann.

 

Wurden die Probleme durch eine Kastration nicht behoben oder haben sich neue Probleme aufgetan, berichten Tierärzte nun von einem neuen Phänomen. Vermehrt kommen Menschen mit ihren Hunden in die Praxis, denen aufgrund der Verhaltensauffälligkeiten ihrer Hunde empfohlen wurde, die Schilddrüse untersuchen zu lassen.

 

Manche Probleme unserer Hunde können einen krankheitsbedingten Hintergrund haben, die meisten jedoch nicht. Sie sind vom Menschen verursacht! Da schaffen weder Skalpell noch Hormonpräparate Abhilfe - auch wenn dies als der vermeintlich einfachere Weg erscheint! Die Nebenwirkungen dieser menschlichen Bequemlichkeit können für die Hunde erheblich sein und lebenslange Auswirkungen haben, welche Mensch und Hund gleichermaßen überfordern.

 

Egal wie man es dreht oder wendet: „Erst wenn der Mensch sich ändert!“ haben unsere Hunde eine wirkliche Chance, in einer für sie fremden Welt anzukommen und zu bestehen.

 

©️Marion Höft

ACHTUNG: die HitzeWelle kommt!

Gepostet am 23. Juni 2020 um 3:25

Aufgrund des nun stetig steigenden T-Wertes (geschätzte Durchschnittstemperatur) bitten wir dringend folgende Warnhinweise zu beachten, um Ihren Hund sicher und gesund durch die heißen Tage zu bringen:

 

Hinweis:

Dieser Artikel kann Spuren von Ironie und/oder Satire beinhalten und allergische Reaktionen wie Schnappatmung oder heftiges Kopfschütteln hervorrufen. Vermehrt wurde bei Leser*innen eine übermäßige Aktivierung der Beschimpfungsfunktion des Gehirns beobachtet, welche sich durch ungehemmtes Kommentieren ausdrücken kann.

Bei den ersten Anzeichen einer Überreaktion stellen Sie bitte das Lesen ein.

 

1. Halten Sie die Zimmertemperatur konstant bei 22 Grad, Ihr Hund könnte ansonsten zu Schlafstörungen neigen! Stellen sich erste Anzeichen wie eine erhöhte Nachtaktivität ein, verabreichen Sie Ihrem Hund das Medikament - Achtung Eigenwerbung - „Süßehundeträume“!

 

2. Vermeiden Sie, dass sich Ihr Hund draußen ein Erdloch buddelt und sich dort Abkühlung verschafft. Unser großzügig verteiltes Glyphosat könnte bei Ihrem Hund Hautirritationen hervorrufen!

 

3. Stattdessen decken Sie sich mit Hundekühlmatten ein. Wir empfehlen die Marke - Achtung Eigenwerbung - „Cooler Hund“. Diese haben zusätzlich den Vorteil, dass Ihr Hund sauber bleibt.

 

4. Halten Sie den Vorrat an Hundeeis stets konstant, der moderne Hund verlangt nach Abkühlung von innen. Wir empfehlen Hundeeis der Firma - Achtung Eigenwerbung - „ Hundelutschi“.

 

5. Haben Sie immer Antibiotika im Haus, um eine eventuell einhergehende Gastritis artgerecht behandeln zu können. Wir empfehlen einen übermäßigem Verzehr von - Achtung Eigenwerbung - „Dogibiotika“!

 

6. Bedenken Sie auch an warmen Tagen, dass Ihr Hund drei Mal am Tag Gassi muss. Daher verzichten Sie bitte Ihrem Liebling zuliebe auf ihren Schlaf und gehen ausschließlich in der Zeit zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr raus. Damit Sie auch wirklich nicht einschlafen, empfehlen wir die Einnahme des Medikaments - Achtung Eigenwerbung - „Sommernachtsspaziergang“.

 

7. Hunde schädigen durch ihre Abgase das Klima und können den T-Wert erhöhen. In dem „Saubere Hunde Gesetz“ des Bundesumweltministeriums ist die Verwendung eines Hundeabgasfilters zwingend vorgeschrieben. Wir empfehlen den Filter der Firma - Achtung Eigenwerbung - „Antihundedarmwind“.

 

8. Schützen Sie Ihren Hund vor der Natur mit den Mitteln, die wir aus Sorge um Ihren Liebling in unseren Laboren erfunden haben. Die Gefahren der Natur lassen sich nur chemisch bekämpfen. Durch unabhängige Studien, die wir in Auftrag gegeben und bezahlt haben wurde nachgewiesen, dass Homöopathie nicht wirkt. Wie empfehlen als Rundumschutz gegen die Welt unseren - Achtung Eigenwerbung - „Wohlfühlchemieckocktail“. Ist der Beruf des Heilpraktikers bald vollkommen verboten, haben Sie ohnehin keine Wahl mehr.

 

9. Sollten all diese Empfehlungen bei Ihrem Hund keine Wirkung zeigen, fahren Sie ihn bitte in einem klimatisierten E-Auto spazieren. Dies ist klimaneutral und der Strom kommt aus der Steckdose. Machen Sie sich keine Gedanken über die Herstellung oder die Akkuentsorgung. Wir tun dies auch nicht. In Abstimmung mit dem Verkehrsministerium empfehlen wir die Marke - Achtung Eigenwerbung - „Umweltdesaster“.

 

10. Ziehen Sie in Erwägung, unsere Warnhinweise zu ignorieren und Ihren Hund während der warmen Jahreszeit normal behandeln zu wollen, sind sich aber nicht sicher, haben wir für besorgte Hundeliebhaber*innen eine Hotline eingerichtet. Diese ist 24 Stunden am Tag besetzt. Sie erreichen die unabhängigen Mitarbeiter*innen der Pharmaindustrie, Zubehörindustrie und Futtermittelindustrie unter der Nummer 08 - 15.

 

11. Damit eine Gefahr durch eine zweite (Hitze)Welle, die sicher unter Umständen oder höchst wahrscheinlich kommen wird abzuwenden, basteln wir durch die großzügige Unterstützung mit Ihren Steuergeldern in Windeseile einen Impfstoff zusammen. Dieser wird theoretisch so sicher sein, dass es keine langwierigen und vor allem für uns teuren Zulassungsverfahren braucht. Auch wenn wir aus Zeitgründen keine Studien über Spätfolgen anfertigen können, sind wir ziemlich sicher, gehen wir davon aus, sind wir der Meinung, dass dieses Zeugs Ihren Hund vielleicht kurz vor Hitze schützen wird. Sollte sich später herausstellen dass wir uns geirrt haben, wenden Sie sich bitte an die Behörden, da diese uns freundlicherweise aus der Haftung entlassen haben.

 

An dieser Stelle möchten wir uns ganz besonders bei Jens Spahn und Julia Klöckner bedanken. Diese sind so sehr um unserer Wohl bedacht, dass sie Sie gerne auch per Gesetz zwingen, viele unserer Unsinnigkeiten freiwillig anzuwenden.

 

Ihre um ihr eigenes Wohl besorgten Lobbyverbände, zertifiziert durch das „Aktionärwohllabel“ der EU, finanziert durch Ihre Steuergelder.

 

©️Marion Höft

Dominanz - ein häufig missbrauchter Begriff

Gepostet am 15. Juni 2020 um 4:25

Wir Menschen haben uns unseren eigenen Umgang und Sichtweise mit der Dominanz zurechtgelegt. Nicht selten setzen wir Dominanz mit Macht gleich und üben Druck von oben nach unten aus.

 

Wir neigen dazu alles und jeden dominieren zu wollen. Die Eltern ihre Kinder, die Vorgesetzten ihre Angestellten, die Hundehalter ihre Hunde.

Es wird befohlen, verboten und kommandiert was das Zeug hält. Geführt und geleitet aber wird nicht.

 

Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend:

 

Kinder rebellieren gegen ihre Eltern und Lehrer, der Job macht krank an Körper Geist und Seele und Hunde werden „verhaltensauffällig“

 

Unseren Umgang mit der Dominanz interpretieren wir auch in das Verhalten unserer Hunde hinein.

 

Ein Hund der knurrt ist dominant

Ein Hund der Befehle (Kommandos) ignoriert ist dominant

Ein Hund der sein Futter verteidigt ist dominant

Ein Hund der die Pfote auflegt ist dominant

 

Die Aufzählung könnte noch um zahlreiche Beispiele erweitert werden.

 

Noch immer wird die Meinung vertreten, dass man seinem Hund zeigen muss, wer der „Rudelführer“ ist. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde dies Mittels Stachelhalsbändern, Teletakt oder Tritte und Schläge versucht durchzusetzen. Der Mensch hat dem Hund vermeintlich eindrucksvoll gezeigt, wer der Chef ist.

 

Diese „Erziehungsmethoden“ werden immer noch angewendet, sogar häufiger als man meint. Vermehrt wird wieder der so genannte Alphawurf gepredigt. Ist der Hund nicht gefügsam, wird er auf den Rücken geworfen. Dies soll dem Hund des Menschen Dominanz demonstrieren.

Das Ergebnis ist häufig dass diese Hunde zwar funktionieren, jedoch nicht aus Respekt vor ihren Haltern sondern aus Angst vor deren Strafen. Kommt der Mensch in Sichtweite, zeigen diese „dominierten“ Hunde häufig ein Meideverhalten.

Ob Menschen, die solche Methoden anwenden Hund können, lasse ich mal dahingestellt.

Hier wird das Geheimnis einer guten Beziehung wieder in Härte, Unterwerfung oder Unterordnung gesucht. Hunde brauchen keine „Dominas“, Hunde brauchen Persönlichkeiten!

 

Was genau ist denn eigentlich Dominanz und wie funktioniert sie?

 

Dazu gibt es eine einfache aber treffende Erklärung:

 

Unter Dominanz versteht man in der Biologie und Anthropologie den Zustand, dass die einen Individuen gegenüber den anderen Individuen einen hohen sozialen Status aufweisen, worauf letztere unterwürfig reagieren.

Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht diese Rechte und Freiheiten sich selber zu, was von B akzeptiert wird.

Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

 

Dominanz findet also von unten nach oben statt!

 

Wenn Hunde zu uns kommen wird immer noch gern empfohlen, den Hund erstmal ankommen zu lassen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird durch die Führungslosigkeit der Grundstein für die ersten Probleme gelegt. Wenn die Hunde dann beginnen unsere Rechte und Freiheiten einzuschränken, sind wir gern bereit diese dem Hund zuzugestehen. Wir freuen uns, dass unser Hund nun ankommt und auftaut. Regeln haben wir keine aufgestellt, diese Aufgabe übernehmen die Hunde.

 

Ein Beispiel:

Ein Hund aus dem Tierschutz kommt ins Haus und macht sich auf der Couch breit. Allzugern überlässt der Mensch diesem armen Wesen seinen Platz, voller Freude dass der Hund endlich ein weiches Sofa zum Ruhen hat.

Die Freude hört erst auf, wenn der Hund nunmehr seine Couch mit Knurren und Schnappen verteidigt und dem Menschen der Platz auf dem Boden bleibt.

 

Hier hat der Hund die Rechte und Freiheiten des Menschen für sich beansprucht und der Mensch hat es akzeptiert. Die Regeln hat der Hund aufgestellt.

 

Alle Hundehalter, die ein Problem mit einem s.g, dominanten Hund haben, sollten sich erst mal beruhigen. Kein Hund will sich die Weltherrschaft unter die Krallen reißen.

 

Hund und Mensch leben in einem Sozialverbund zusammen, in dem einer die Führungsposition einnehmen muss und dies sollte der Mensch sein. Wird diese Führungsposition ruhig, souverän und selbstbewusst wahrgenommen, vertrauen sich unsere Hunde uns an.

 

Eine gesunde Beziehung braucht Regeln und Grenzen innerhalb eines Handlungsspielraumes. Diese Regeln und Grenzen bedeuten keine Verschlechterung für unsere Hunde, im Gegenteil. Sie schaffen Klarheit. Diese Klarheit wiederum gibt unseren Hunden die Orientierung und auch Sicherheit, die für eine vertrauensvolle Mensch-Hund Beziehung essentiell ist.

 

Mit dem krampfhaften dominieren wollen unserer Hunde hindern wir uns selber daran, die wirklichen Bedürfnisse unserer Hunde zu erkennen und sie als das zu sehen was sie sind:

 

Hunde und so ganz anders als wir Menschen!

 

Nur wenn unsere Hunde uns vertrauen und uns respektieren, schließen sie sich uns an - ohne Zwang und ohne jede falsch verstandene Dominanz!

 

Eines aber eint die Welten von Mensch und Hund:

 

Respektiert werden Führungspersönlichkeiten, Menschen mit sozialer Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein. Gemieden werden Profilneurotiker und Lautsprecher!

 

Auch hier gilt: „Erst wenn der Mensch sich ändert!“

 

©️Marion Höft


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